Nilay-Damla Arisoy, Schülervertreterin am Kurt-Körber-Gymnasium, Billstedt
Umarschah Mohmand, Schulsprecher am Kurt-Körber-Gymnasium, Billstedt

"Irgendwann hat's einfach gereicht. Immer Ärger mit den anderen aus der Nachbarschule. Wir wollten aber keinen Streit - deswegen laden wir die Nachbarschule jetzt zu unserem Fest ein, damit wir uns kennenlernen und verstehen."

Imke Erdbrink, Leiterin der Grundschule Neugraben, Neuwiedenthal

"Beim Kooperations-Dating treffen sich alle Grundschulen mit den Kitas, aus denen die zukünftigen Schüler kommen. Wir tauschen uns über die Stärken und Förderbedarfe der Kinder aus, um eine sinnvolle Einteilung der neuen Klassen vornehmen zu können. Es ist einfach leichter, wenn man sich gut kennt und vertrauensvoll zusammenarbeitet, dann kann man auch für die Kinder gemeinsam mehr erreichen."

Yukiko Takagi-Possel, Projektleiterin der Nachbarschaftsmütter Hohenhorst, Rahlstedt
"Unsere Nachbarschaftsmütter sprechen 16 Sprachen, Arabisch, Kurdisch, Twi, Ewe, Dari, Farsi, Paschtu, Hindi und noch mehr. Ich finde es toll zu sehen, wie die Frauen nach einer Zeit miteinander umgehen: wie Schwestern - obwohl sie manchmal unterschiedlicher nicht sein können."

Delphine Ayivon, Nachbarschaftsmutter in Hohenhhorst, Rahlstedt
"Ich habe früher keine Hilfe bekommen. Deswegen freue ich mich so sehr, anderen Frauen und Familien Hilfe zu geben."

Jale Zare, Kindheitspädagogin beim Hamburger Kinder- und Jugendhilfe e. V. (HaKiJu), Rahlstedt

"Hoffnung spielt eine wichtige Rolle. Und man braucht viel Geduld. Wenn die Kinder wieder Hoffnung haben und ihnen Lernen zum ersten Mal Spaß macht, dann wachsen manche über sich selbst hinaus."

Michael Köckeritz, Schulsozialpädagoge, Stadtteilschule Altrahlstedt, Rahlstedt "

Die Politik hat die Integration verlangt, aber die Schulen waren gar nicht darauf vorbereitet. Zwei Jahre lang haben wir mit den Lehrern und der Jugendhilfe den "Ganztag" entwickelt. Wir haben gefragt: "Wie sieht die Lebenswelt der Kinder aus und was brauchen sie?" Durch "heimspiel" wurde ein Raum geschaffen und wir hatten endlich mal Zeit, uns auszutauschen."

 

 

Viktor Schulz, Sozialarbeiter, In Via Hamburg e. V., Neuwiedenthal

"Es werden nicht in jeder Familie Geschichten vorgelesen. Die Kinder erleben beim Lesefest, wie schön es ist, wenn vorgelesen wird. Sie bekommen das Gefühl, dass es ganz viele andere Sprachen auf der Welt gibt. Die meisten wissen gar nicht, dass andere Sprachen existieren außer ihrer eigenen und der deutschen. So merken sie, dass sie in ihrem Anderssein nicht allein sind."

Cenk Coskun, Grundschullehrer und interkultureller Koordinator, Grundschule Charlottenburger Straße, Rahlstedt

"Die Angst vor den Lehrern ist für die Eltern das größte Problem. Sie trauen sich nicht uns anzusprechen, weil sie Angst haben, ihr Kind könnte dadurch Nachteile haben. Ich versuche den Eltern Mut zu machen und für die Lehrerkollegen als gutes Beispiel voranzugehen. Mit Offenheit und einer anderen Haltung. Die Unterstützung von "Heimspiel" hat die Kehrtwende in der interkulturellen Elternarbeit gebracht."

Freda von der Decken, Gründerin des MUT-Camps, vormals Teach First-Fellow, Neuwiedenthal

"Ich hatte eine Klasse mit Hauptschülern, die alle durch die Abschlussprüfung durchgefallen sind. Gerade die coolen, cleveren Jungs hatten kein Selbstbewusstsein, Angst vorm Versagen, Angst vor dem Leben nach der Schule. Wir brauchten neuen Raum, um alles nochmal auf Null zu setzen und zu vermitteln: Wir glauben an euch, wir holen euch raus aus dem belasteten Umfeld. Ihr könnt was." 

Robert Hamza, Teilnehmer am MUT-Camp und Schüler der Stadtteilschule Süderelbe, Neuwiedenthal

 "Wenn ein Lehrer sagt: "Komm mal nach vorne und präsentiere was". Und du sagst:"Nein, ich trau mich nicht, ich bin zu schüchtern." Das MUT Camp unterstützt dich dann. Damit du dich nicht schämen musst und keine Angst hast."